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Der Folsäurestoffwechsel bei Kinderwunsch

Folsäuremetabolismus und Kinderwunschtherapie

 

Ein funktionierender Folsäuremetabolismus ist unabdingbar für die Synthese der Erbsubstanz (DNA), für Zellwachstum und vor allem für die embryonale Entwicklung. Folsäure wird vom Körper aufgenommen und über mehrere Zwischenschritte in 5-Methyl-Tetra-Hydrofolat (Metafolin) umgewandelt. Diese "aktivierte Folsäure" ist in der Lage die Aminosäure Homocystein in Methionin umzuwandeln. Diese gilt als zentraler "Methylgruppenspender", der essentiell ist für die DNA-Synthese und für die Aktivierung und Deaktivierung der genetischen Programme im Rahmen der Embryonalentwicklung.

Die Folsäure beeinflusst die Funktion der Eierstöcke, die Einnistung und adäquate Entwicklung des Embryos und den gesamten Schwangerschaftsverlauf. Eine inadäquate Versorgung mit aktivierter Folsäure führt nicht nur zu der lange bekannten Erhöhung der Rate an kindlichen Fehlbildungen (Neuralrohrdefekte) sondern auch zu einer Verschlechterung der Ergebnisse der assistierten Reproduktion und zu einem Anstieg der Zwillingsrate.

Zudem sind Mutationen im MTHFR (Methyl-Tetra-Hydro-Folat-Reduktase)-Gen beim Menschen sehr häufig. Sie führen zu einer insuffizienten Umwandlung des durch die Nahrung oder eine Substitutionstherapie aufgenommenen Folsäure zu dem biologisch aktiven Metafolin.

Im IVF-Programm führt dies unbehandelt zu einer schlechteren Eizellausbeute.

Das Kinderwunschcentrum Nürnberg empfiehlt dringend eine adäquate Substitution mit mindestens 800 mg aktivierter Folsäure (Metafolin) mindestens 3 Monate vor Beginn einer Kinderwunschbehandlung.

 

Die tägliche Einnahme von Folsäure im Vorfeld einer Kinderwunschbehandlung ist wichtig !

Es genügt nicht, ein Folsäurepräparat einzunehmen sobald eine Schwangerschaft eingetreten ist. Alle nachgewiesenen Effekte setzen eine Einnahme von Folsäure ausreichend lange vor der Empfängnis (Konzeption) voraus.

 

 

Um festzustellen, ob genügend aktivierte Folsäure vorhanden ist, kann zum Einen der Folsäurespiegel in den roten Blutkörperchen bestimmt werden. Wesentlich sensitiver ist die Messung von Homocystein. Ein Anstieg dieser Aminosäure über 10 umoll/L gilt als verlässlicher Parameter dafür, dass entweder ein Folsäuremangel vorliegt, oder die aufgenommene Folsäure nicht adäquat aktiviert werden kann.

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